Die Freiheit, seine Werkzeuge selbst zu wählen

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Arbeiten ohne Datenkäfig

Warum ich nach Jahren immer noch gern mit Group-Office arbeite – und warum digitale Souveränität im Arbeitsalltag plötzlich wieder ein Thema ist.

Vor einigen Jahren habe ich hier im Newsletter eine Software vorgestellt, die mich damals wirklich begeistert hat: Group-Office. Zu jener Zeit lief bei mir Version 6.4. Die Idee dahinter war so simpel wie überzeugend: E-Mail, Kalender, Kontakte, Aufgaben und Projektverwaltung nicht über fünf verschiedene Cloud-Dienste verteilen, sondern alles in einer einzigen Plattform bündeln – und zwar auf einem Server, den man selbst betreiben kann.

Inzwischen hat sich das System über mehrere Versionen hinweg deutlich weiterentwickelt. Wer Group-Office nur noch aus der Zeit der klassischen Groupware kennt – also als Kombination aus Mail, Kalender und Kontakten – würde heute vermutlich etwas überrascht sein. Die Software ist längst mehr als das und entwickelt sich Schritt für Schritt zu einer vollständigen Arbeitsplattform für Teams.

Neben der klassischen Kommunikation lassen sich heute auch Projekte organisieren, Zeiten erfassen, Aufgaben in Kanban-Boards verwalten (das sind visuelle Aufgabenlisten mit Spalten wie „offen“, „in Arbeit“ und „fertig“), Support-Tickets bearbeiten oder Formulare erstellen. Auch Dokumente können gemeinsam bearbeitet werden, etwa über die Integration von Online-Office-Systemen. Dazu kommen Chat- und Videofunktionen, sodass ein Team einen großen Teil seiner täglichen Zusammenarbeit innerhalb einer einzigen Umgebung abwickeln kann.

Der praktische Nutzen liegt auf der Hand: Statt fünf oder sechs verschiedene Werkzeuge zu kombinieren – Mail-Dienst, Kalender-App, Projekttool, Cloudspeicher, Ticketsystem und Chat – arbeitet man in einem gemeinsamen System. Daten liegen an einem Ort, Kontakte und Projekte sind miteinander verknüpft, und viele Abläufe greifen ineinander.

Gerade für kleine Unternehmen, Vereine oder projektorientierte Teams kann das erstaunlich befreiend sein.

Digitale Souveränität statt Cloud-Monokultur

Was mich an Group-Office allerdings schon immer besonders gereizt hat, ist ein anderer Punkt: digitale Selbstbestimmung.

Group-Office lässt sich auf einem eigenen Server betreiben – im Rechenzentrum, auf einem gemieteten Server oder auch auf einer eigenen Infrastruktur. Damit bleiben Daten und Kommunikation in der eigenen Verantwortung und verschwinden nicht automatisch in den großen Cloud-Silos der internationalen Plattformanbieter. In einer Zeit, in der digitale Abhängigkeiten immer häufiger diskutiert werden, ist das plötzlich wieder ein sehr aktuelles Thema. Wer seine Arbeitswerkzeuge selbst betreibt oder zumindest bewusst auswählt, gewinnt ein Stück Souveränität zurück.

Das bedeutet nicht, dass man auf moderne Funktionen verzichten muss. Im Gegenteil: Group-Office integriert viele Werkzeuge, die man sonst über mehrere Anbieter verteilt nutzen würde. Gerade diese Vielfalt in einer offenen Architektur macht den Reiz aus. Kommunikation, Organisation und Zusammenarbeit greifen ineinander, ohne dass man sich an einen einzigen großen Plattformanbieter binden muss.

Auch technisch hat sich einiges getan. Die Entwickler modernisieren die Oberfläche und stellen interne Komponenten Schritt für Schritt auf neue Schnittstellen um. Für den Anwender bedeutet das vor allem: eine modernere Bedienung, bessere Performance und langfristig eine stabilere Plattform.

Interessant ist nebenbei auch die neue Versionsstrategie. Während früher schlicht Versionen wie 6.4 erschienen, orientieren sich die aktuellen Releases stärker am Kalenderjahr. So tragen die jüngeren Versionen Nummern wie 25.x oder 26.x – ein Hinweis darauf, dass die Entwicklung kontinuierlich weitergeht.

Eine weitere praktische Neuerung betrifft die Nutzung auf mobilen Geräten. Group-Office kann heute als sogenannte Progressive Web App installiert werden. Das klingt komplizierter als es ist: Im Grunde verhält sich die Anwendung damit auf Smartphone oder Tablet fast wie eine normale App, obwohl sie technisch weiterhin eine Webanwendung ist.

Und noch ein Punkt, der in der heutigen Softwarewelt fast schon erwähnenswert ist: Die Preise haben sich über die Jahre nur moderat erhöht. Während viele Plattformdienste ihre Abomodelle regelmäßig neu sortieren oder deutlich teurer werden, ist Group-Office vergleichsweise bodenständig geblieben. Gerade für kleinere Teams oder Organisationen ist das ein angenehmer Unterschied.

Mein Fazit nach all den Jahren ist deshalb ziemlich einfach: Die Software, die ich damals als interessante Teamlösung vorgestellt habe, ist inzwischen deutlich erwachsener geworden. Wer eine zentrale Plattform für Kommunikation, Organisation und Zusammenarbeit sucht – ohne sich komplett in eine Cloud-Monokultur einzuschließen – sollte Group-Office ruhig noch einmal anschauen.

Oder, um beim Bild zu bleiben: Man muss nicht im digitalen Käfig arbeiten. Man kann auch fliegen.

Schmetterlinge im Bauch statt Daten im Käfig?

Wenn dich die Idee einer freien, selbstbestimmten Arbeitsplattform reizt, schau dir Group-Office einfach einmal näher an. Die Entwickler sitzen bei der Firma Intermesh in den Niederlanden und helfen schnell und kompetent weiter, wenn es um Installation, Lizenzen oder Fragen zum System geht.

Dabei kann ich dir ausnahmsweise nicht direkt helfen – aber richte dort gern einen schönen Gruß von mir aus.

Hier gibt es weitere Informationen
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